Immobilienlexikon
Die technische Lebensdauer beschreibt die physische Haltbarkeit einer baulichen Anlage und ist nicht mit der wirtschaftlichen Restnutzungsdauer gleichzusetzen.
Definition
Die technische Lebensdauer beschreibt vereinfacht, wie lange ein Bauteil oder Gebäude technisch funktionsfähig bestehen kann. Für die Verkehrswertermittlung ist dagegen regelmäßig die wirtschaftliche Nutzbarkeit entscheidend.
Warum die Unterscheidung wichtig ist
Ein technisch intaktes Gebäude kann wirtschaftlich an Wert verlieren, wenn es für den Markt nicht mehr passend ist. Beispiele sind zu geringe Hallenhöhen, veraltete Energieversorgung oder eine nur für einen Spezialprozess geeignete Gebäudestruktur.
Praxisbeispiel
Eine massive Industriehalle kann baulich noch Jahrzehnte halten. Wenn eine Umnutzung aber hohe Investitionen erfordert und kaum Nachfrage besteht, kann ihre wirtschaftliche Restnutzungsdauer deutlich kürzer sein.
Typische Fehler
- technische Lebensdauer als direkte Eingangsgröße des Ertragswerts verwenden.
- Instandhaltungszustand und Marktanforderungen nicht trennen.