Immobilienlexikon
Der Ertragsfaktor setzt den Kaufpreis oder Wert einer Ertragsimmobilie in Beziehung zum nachhaltig erzielbaren Jahresrohertrag und dient vor allem der Markt-Plausibilisierung.
Definition
Ein Ertragsfaktor beziehungsweise Rohertragsfaktor beschreibt vereinfacht das Verhältnis zwischen Kaufpreis oder Immobilienwert und Jahresrohertrag. Beispiel: Ein Kaufpreis von 2,0 Mio. Euro bei 100.000 Euro Jahresrohertrag entspricht dem Faktor 20.
Wofür wird er genutzt?
Ertragsfaktoren sind besonders bei Mehrfamilienhäusern und gewerblichen Renditeobjekten ein schnell verständlicher Marktindikator. Sie ersetzen jedoch keine vollständige Ertragswertermittlung.
Praxisbeispiel
Bei einem großen Paket gewerblichen Teileigentums wurde ein aus Marktdaten abgeleiteter Ertragsfaktor als Vergleichs- beziehungsweise Plausibilisierungsgröße neben dem Ertragswert betrachtet.
Typische Fehler
- Ist-Miete und nachhaltige Miete verwechseln.
- Brutto- und Nettogrößen mischen.
- Faktoren aus anderen Lagen oder Objektarten übertragen.